HG
HG - Hyposegmentation der Granulozyten
Die Pelger-Huët-Anomalie (PHA), auch Hyposegmentation der Granulozyten (HG) genannt, ist eine gutartige, angeborene Besonderheit der weißen Blutkörperchen (Neutrophile). Beim Australian Shepherd kommt sie vor, ist aber harmlos und hat keine gesundheitlichen Auswirkungen auf den Hund.
Bei der Pelger-Huët-Anomalie sind die Kerne bestimmter weißer Blutkörperchen (vor allem Neutrophile) nicht oder nur unvollständig segmentiert – sie bleiben rund, oval oder stabförmig. Früher wurde das als Pelger-Huët-Anomalie (PHA) bezeichnet, neuere Studien nennen es Hyposegmentation der Granulozyten (HG), da es beim Hund genetisch anders verläuft als beim Menschen.
Die Anomalie ist autosomal-rezessiv vererbt. Homozygote Hunde zeigen den Phänotyp, heterozygote sind normal. Es handelt sich um eine gutartige Veränderung – die Zellen funktionieren normal und bekämpfen Infektionen effektiv.
Früher konnte PHA nur über Blut-Ausstrich (mikroskopisch) diagnostiziert werden, daraufhin wurden die Hunde in ‘negativ’ (frei) und ‘positiv’ (nicht frei) eingeteilt. Seit kurzem gibt es einen Gentest auf die ursächliche LMBR1L-Mutation. Ob es noch weitere ursächliche Gene für die phänotypische PHA gibt, ist derzeit nicht bekannt, aber möglich.
Ergebnisse:
- N/N (Clear): Keine Mutation – normal
- N/HG (Heterozygot): Träger – normaler Blutbefund, vererbt 50 % Risiko
- HG/HG (Homozygot): Betroffen – zeigt HG im Blutbild, aber keine gesundheitlichen Probleme
Laut Uni Bern und Certagen nicht mit gesundheitlichen Problemen verknüpft. Die Anomalie ist gutartig.
Betroffene Hunde:
- haben normale Immunabwehr
- zeigen keine erhöhte Infektanfälligkeit
- haben keine Organprobleme, keine Anämie, keine Leukämie-Risiken
- leben völlig normal (Sport, Zucht, Alltag)
Frühere Annahmen über eine mögliche Letalität bei Homozygoten basierten auf älteren Beobachtungen und Vergleichen mit der humanen Form. Neuere genetische Studien (seit 2023) haben gezeigt, dass dies beim Hund nicht zutrifft: betroffene Hunde sind klinisch unauffällig.
Die Anomalie wird oft zufällig bei Blutuntersuchungen entdeckt und früher häufig mit Infektionen verwechselt.
Da PHA/HG keine gesundheitliche Beeinträchtigung darstellt, benötigt es aus wissenschaftlicher Sicht keine Zuchtausschlüsse und keine obligatorischen Tests.
Frühere Annahmen zur PHA/HG-Vererbung, basierend auf klinischen Beobachtungen und Vergleichen mit der humanen Form, deuteten auf eine dominante Vererbung mit möglicher Letalität bei Homozygoten hin, was zu Vorsichtsmaßnahmen in der Zucht führte. Man nahm an, dass die Verpaarung zweier PHA-positiv Hunde, zu geringeren Wurfgrößen führen würde. Neuere genetische Studien seit 2023 haben jedoch gezeigt, dass zumindest die Mutation im LMBR1L-Gen autosomal-rezessiv vererbt wird und selbst bei homozygoten Hunden (HG/HG) harmlos ist – ohne Infektanfälligkeit oder embryonale Verluste. Dieser Wissenszuwachs ermöglicht eine entspanntere Handhabung, während Transparenz weiterhin wichtig bleibt.
Quelle: aussie.de
Allgemeine Informationen
Die Hyposegmentierung von Granulozyten (HG) bei Australian Shepherds wird durch eine autosomal-rezessive Mutation im LMBR1L-Gen verursacht. Diese Mutation verändert die Morphologie des Zellkerns bei Granulozyten, einer Art von Leukozyten (weiße Blutkörperchen). Normalerweise hat der Zellkern von Granulozyten zwei bis vier Segmente, aber bei der Hyposegmentierung sind weniger Segmente vorhanden.
HG kann entweder primär aufgrund der Mutation im LMBR1L-Gen oder sekundär als Folge anderer Erkrankungen wie Leukämie oder Strahlenexposition auftreten.
Interessanterweise weist HG bei Hunden einen Phänotyp auf, der der Pelger-Huët-Anomalie (PH) beim Menschen ähnelt. Hunde mit primärer HG scheinen jedoch keine erhöhte Veranlagung für Infektionen oder Immunschwäche zu haben. Das bedeutet, dass die primäre HG selbst keine Behandlung benötigt.
Klinische Merkmale
Obwohl primärer HG an sich nicht schädlich oder krankheitserregend ist, ist es für Besitzer und Tierärzte hilfreich zu wissen, ob ein Australian Shepherd die Mutation trägt. Betroffene Hunde weisen hyposegmentierte Granulozyten auf einem Blutausstrich auf. Dies als gutartigen, zufälligen Befund - und nicht als Symptom einer Störung - zu erkennen, kann unnötige Besorgnis vermeiden. Des Weiteren dient der DNA-Test für HG als nützliches diagnostisches Instrument. Wenn ein Australian Shepherd eine Hyposegmentierung von Granulozyten zeigt, aber die LMBR1L-Mutation nicht trägt (d.h. frei von der Mutation oder Träger der Mutation ist), sollten andere mögliche Ursachen für die Hyposegmentierung untersucht und entsprechend behandelt werden.
Quelle: combibreed.de